Saturday, 1 December 2007

Das Probewochenende 24./25. November










Letztes Wochenende schleppten wir die Kisten mit Requisiten in die Schule 23, wo wir uns zum ersten Mal auf der Buehne einrichteten. Am ersten Tag ging es vor allem darum den Buehnenraum und die Moeglichkeiten kennenzulernen, auch die Lautstaerke der Stimmen herauszufinden. Die Aula ist sehr gross. Die Sitzreihen sind in Treppenform angeordnet und fallen relativ steil zur Buehne. Wir haben an beiden Tagen etwa vier Stunden geprobt. Am zweiten Tag haben wir das Buehnenbild fixiert - ein Langer Stoff, der die Ganze Laenge der Buehne deckt und sie in einen vorderen und hinteren Teil teilt.
Unten haben wir Leintuecher befestigt. Die Schlitze zwischen den Leintuechern dienen als Durchgaenge. Von hinten moechten wir schliesslich mit einem Beamer Bilder an die Leintuecher projizieren. Wir dachten je simpler desto besser. Justs moechte gerne noch Hellraumprojektoren von vorne einsetzen um sichtbare Bilderwechsel vorzunehmen, aber das Problem besteht schlichtwegs in der Beschaffung der Geraete. Im Goethe-Institut sind zwar zahlreiche zu finden, doch werden die uns leider nicht geliehen. Die Beleuchtung fehlt uns generell noch. Aber von einem kleinen Theater koennen wir evtl. einen oder zwei Scheinwerfer leihen. Miteinzubeziehen ist ebenfalls der Stromausfall. Er kommt nur allzu haeufig vor, auch in Kleintheatern. Die grossen Theater haben vermutlich Notgeneratoren. Da wir auch Schattenspiel einsetzen, brauchen wir Kerzen, um ein schoenes natuerliches Licht zu erzeugen. Von denen legen wir eine Notreserve an.
Es brauchte viel Zeit, um die ganzen Auf- und Abgaenge und deren zeitliche Uebereinstimmung zu erklaeren und einzuueben. Da es im Raum stark hallt, war oft der Laermpegel auch hoch und man musste immer wieder zu mehr Ruhe und Konzentration auffordern. Das wurde mit der Zeit schon auch etwas anstrengend, aber ohne Ruhe und etwas Disziplin geht es leider wirklich nicht sich etwas zu merken. So steckte ich ganz in der Lehrerposition, waehrend Justs meistens im Hintergrund die Leute anstachelte und stubste, wenn sie dran waren. Ich sass vorne und unterbrach jeweils, verbesserte, zeigte vor etc. Es lief alles in allem sehr gut. Besser als ich dachte. Da ich zweimal ziemlich ernsthaft ermahnen musste, war meine Stimmung abends etwas gedaempft, und ich war unsicher, ob es den Kindern nicht zuviel wuerde.
Wir baten sie bis Dienstag moeglichst auswendig zu sprechen, keine Blaetter mehr zu verwenden und sich besser etwas einsagen zu lassen.
Dienstag lief die Probe grossartig, Freitag noch besser. Fast alle haben sich um die Kostume gekuemmert und etwas mitgebracht. Ani hat sich einen wunderschoenen Mantel gemacht, fuer den wir ihr vom Markt die (verhassten) bunten hauchduennen Plastiksaeckchen mitgebracht hatten. Diese fuellen sich beim Gehen mit Luft und rauschen ganz leise.
Am Freitag entschlossen wir uns dazu, die Klasse fuer 90 Minuten zu verlassen. In der Zeit sollten sie die ersten sechs Seiten selber einueben und uns nachher vorspielen. Nach den 90 Minuten betraten wir die Klasse und genossen ein schon sehr gutes Schauspiel. Sogar die beiden Jungs, die bis Dienstag noch nicht verstanden hatten, was sie eigentlich sagen, sprachen ihren Text, Dank Nelly, einfach super. Die meisten fanden es gut, das Stueck selber durchzuproben, um alle Details zu behalten und die Sachen am richtigen Ort aufzustellen.
Justs und ich stiegen ganz gluecklich abends in die Marschrutka Nr.23 richtung Metro Delisi.

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